Göttinger Tageblatt, 30. Oktober 2006


Quer durch die italienische Opernwelt
„Cantiamo“: Studenten der Musikhochschule Hannover in Bovenden

Einen zauberhaften Abend erlebten rund 150 Zuschauer am Sonnabend im Bovender Bürgerhaus: Unter dem Titel „Cantiamo“ bot die Gesangsklasse von Prof. Carol Richardson-Smith von der Hochschule für Musik und Theater in Hannover ein klang- und stimmungsvolles Konzert quer durch die italienische Opernwelt. Rossini, Giordano, Donizetti, Puccini, Bellini und ganz viel Verdi: Das Repertoire der jungen Künstler war groß, das Niveau hoch. Richardson-Smith hatte die zwölf Sänger, darunter vier Männer, hervorragend vorbereitet. Und die Lehrerin konnte auf außerordentliche Talente bauen. Allen voran die Griechin Ritsa Lampraki, die sehr anrührend und mit ebensoviel Herz wie Kraft mit „Ernani, involami“ aus Verdis Ernani-Oper das Publikum begeisterte. „Diese dramatische Stimme ist übrigens erst 21 Jahre alt“, erklärte Moderatorin und Sopranistin Anna Evans ohne einen Anflug von Neid. Die pfiffige Amerikanerin führte mit Josefine Göhmann, der jüngsten im Ensemble, mit viel Witz und Kenntnis durch das Programm. So erfuhren die Zuschauer auch etwas über die Gefahr von Erkältungen: „Wenn Frauen in Opern husten, dann sollten die Männer die Hände von ihnen lassen, denn sie sterben am Ende“, erklärte sie zum anspruchsvollen Lied aus Puccinis La Bohème, das Lilli Wünscher sehr schön vortrug. Herausragend auch der chinesische Tenor Yi Dong Qiao, ein ebenso guter Solist wie Ensemble-Sänger.
Vor dem Konzert – organisiert von den Musikfreunden Bovenden als Benefizveranstaltung für die Bürgerstiftung Bovenden – nahm Horst-Dieter Müller vom Stiftungs-Vorstand das Gütesiegel des Arbeitskreises Bürgerstiftungen von Winfried Ripp aus Dresden entgegen. Er empfahl diesem die jungen Sänger: Vielleicht, so Müller, könnte man sie ja einmal in der Semperoper hören. Verena Leidig

Energisch: Melanie Arnhold (li.) und Theresa Hoffmann. PH

   

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