Göttinger Tageblatt, 16. Dezember 2004


Kurse an Schulen: Hilfe fängt bei den Kleinen an
Bürgerstiftung Bovenden begründet des Projekt „Kinder lernen Helfen“ / Weitere Aktionen geplant

Gegenseitige Hilfe ist das Ziel der Bürgerstiftung Bovenden, die Anfang des Jahres gegründet wurde. Und wie Hilfe nach Unfällen richtig auf den Weg gebracht wird, haben jetzt die 82 Schulkinder der Reyershäuser Plesseschule erfahren können.

Reyershausen (fra). Zusammen mit den Luftrettern des Harster Sonderdienstes (HSD) und der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF), die die Aktion finanziell und personell unterstützen, veranstaltete die Stiftung Schulungen unter dem Motto „Kinder lernen helfen“. Der HSD ist ein so genannter Zustifter der Bürgerstiftung. „Wir fangen bei den Kleinsten an“, sagt Ingelore Kettler, Vorsitzende des Stiftungsrates der Bürgerstiftung. Die Veranstaltung in Reyershausen ist die erste öffentliche Aktion der Stiftung. Ziel sei es, so Kettler weiter, die Kurse an allen Grundschulen des Fleckens anzubieten. „Wir sind ganz besonders glücklich, das wir noch in diesem Jahr unsere Arbeit aufnehmen konnten“, ergänzt der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Horst-Dieter Müller. Den Start ihrer Arbeit habe die Stiftung gezielt in einen der Ortsteile des Fleckens gelegt.

Mit „112“ fängt die Hilfe an

Und so lernen die Schüler kindgerecht, wie etwa ein Unfall richtig bei der Feuerwehr gemeldet wird und wie kleine Wunden zu versorgen sind. Zuerst zeigen ihnen Lars Greschke, Leiter der Luftrettung beim HSD, und Karl Gröling, Rettungsassistent des des Göttinger Rettungshubschraubers Christoph 44, wie sie sich die Notruf-Nummer merken können: „Das geht ganz einfach“, erläutern sie. Erst mit dem rechten, dann mit dem linken, dann mit beiden Daumen machen sie es ihnen vor: „Eins und eins dann zwei – 1-1-2“. Nach dieser Lektion erfahren sie, welche Informationen für die Rettungsdienste wichtig sind – wer ruft an, von wo, was ist passiert, wie viele Personen sind beteiligt? Dann wird es richtig praktisch: Mit Theaterblut werden kleine Verletzungen simuliert, die dann mit Mull und Kompressen verbunden werden. Das bundesweite Schulungs-Konzept wurde von der DRF entwickelt und an die besonderen pädagogischen Anforderungen von Grundschulen angepasst.
Nach dem Kurs bekommen alle fleißigen Ersthelfer dann noch eine Teilnahmeurkunde und ein kleines Erste-Hilfe-Päckchen für den Schulranzen geschenkt. Am Ende des spannenden Tages durften die Schüler dann noch einen Rettungswagen aus der Nähe begutachten – denn mit Neugier und Freude lernt es sich nun einmal besser.

Sanitäter an der Reyershäuser Plesseschule: Rettungsflugwacht und HSD bilden kleine Ersthelfer aus. Beuermann

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 17.12.2004

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